Du kennst das Phänomen des Hackerspaces noch nicht? Keine Ahnung, was die wollen? Sehr schön, oh neugieriger Neuling – willkommen!
plenum shack mrz 2010

Ein Hackerspace ist ein Clubhaus für Nerds. Für Computeranwender, die eigen, kritisch, aktiv, neugierig, gesellig, schwierig, intelligent, und nachtaktiv sind. Ein Hackerspace ist ein dreigeteiltes soziales Experiment. Denn

1. ist es ein Raum, wo man auf einer 24/7-Basis an digitalen Projekten arbeiten kann. Wo Lötkolben brutzeln und Kabel auf Platinen treffen, um Roboter zu erschaffen.
Also eine Werkstatt.

2. ist ein Hackerspace ein Ort, wo sich Gruppen treffen könne. Um dort zu lernen, sich auszutauschen, sich digital fortzubilden.
Also ein Platz des Lernens.

Und dann 3. ist es natürlich auch cool, einen Raum zu haben, der die beiden vorherigen Anliegen mit Infrastruktur (Sofa, Getränke, Kochgelegenheit, ..) rund um die Uhr unterstützt und Platz gibt für Neuigkeiten, Austausch und Geschichten.
Also ist ein Hackerspace auch ein Treffpunkt.

Diese dreigeteilte Aufgabenstellung ist ein globales Erfolgsmodell. Sörfe rüber zur Liste von hackerspaces.org und dort erfährst du von über 400 Ablegern zwischen Sydney, Kalkutta, Kapstadt und Feuerbach. Wo letztes Jahr der Stuttgarter Hackerspace startete. Aber worin ähneln sich diese Räume und was unterscheidet sie?

Gleich ist, das alle diese Räume durch die Nutzer selbst verwaltet und organisiert sind.
Und alle haben einen Schwerpunkt auf dem furchtlosen Angriff auf Hard- und Software, also der Zähmung des digitalen Erlebens. Wobei diese Zähmung sehr unterschiedlich ausfallen kann: Im österreichischen Wörgl können Sie im ‘Zeitsparwerk’ auch Krafttraining machen, in Nov Sad dagegegn liegt der Schwerpunkt mehr auf Linux. In Berlin ist die  ‘c-base’ für abgefahrene Parties berühmt, die ‘garagegeeks’ in Israel arbeiten an ‘Converting a real skateboard into a game controller‘. Und so geht es global heiter weiter.

Den Unterschied machen die Menschen, die an jedem Ort den Hackerspace mit ihren Projekten, ihrer Begeisterung und finanziellem Einsatz formen. So ist kein Space wie der andere. Denn es gibt keinerlei festen Regeln und Vorgaben, wie man einen Space aufbaut.

Allerdings gibt es ein legendär direkt-subversives PDF, das viele weltweit angesteckt hat, einen eigenen Space zu eröffnen: ‘Building a Hackerspace’ von Lars Weiler und Jens Ohlig. Lade dir dieses Dokument herunter und wirst verstehen, worum es bei einem Hackerspace wirklich geht.

Wenn du jetzt Blut geleckt hast, dann solltest du dich auf unserer Mailinglste einschreiben. Du findest den entsprechenden Link gleich rechts in der zweiten Kolumne. Mitlesen verpflichtet zu nichts weiter, nur hast du mal das Gespräch des shack in der Leitung. An- und abmelden gehen schnell und schmerzlos.

Oder komm vorbei: der shackspace lebt, tobt und lötet in Stuttgart-Wangen, Ulmer Straße 255. Wie gesagt – mit der Mailingliste weißt du mehr. Und wenn dir das Ganze sympathisch ist, dann kannst du ja auch immer noch Mitglied beim shack werden.

Bis dann also.

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